Technik - Unterwasserschiff zurück zum TechIndex
A.Ruderlager
B.C.Ruderblatt
D.Kiel
1.Asymmetrie
2.Nicht senkrecht
3.Nicht in Längslinie
4.Zu kurz
E.Versenkte Geber
F.Aussenhaut
 

Das Schiff fuhr bis 1996 auf den jeweiligen Bugen auffallend unterschiedliche Höhen und Geschwindigkeiten. Zudem verloren wir vor dem Wind immer die auf der Kreuz gewonnene Zeit auf andere Boote. Anlass genug, einmal Blaubärs "private parts" also das Unterwasserschiff und seine Anhänge genauer zu betrachten und einige Dinge zu verbessern:

A: Ruderlager:
  • spielfrei einstellen
  • Schaft luftdicht machen

Durch das vorbeiströmende Wasser am Rumpfaustritt des unteren Teils des Ruderlagers entsteht - wie bei einem Elvströmlenzer - ein Sog, der Luft in das Wasser, das den oberen Teil des Ruderblattes umströmt, einbringt. Dieses Luft-Wasser-Gemisch (bei hohen Geschwindigkeiten z.T. schon schaumig) bietet weniger Widerstand als nur Wasser, geringere Ruderwirkung ist die Folge. Besonders deutlich wird dies bei spitzen Kursen unter Spinnaker: Man kann höher fahren als andere und Böen besser abfangen. Die Abdichtung haben wir mit Silikon vorgenommen.


B und C: Oberseite Ruderblatt

  • bis an die Rumpfunterseite aufspachteln

Mindestens genauso wichtig und effizient wie A. Je enger der Spalt zwischen Rumpf und Ruderblatt, desto geringer sind die Druckausgleiche zwischen den Wassermassen, die in "Luv" und "Lee" am Ruderblatt vorbeiströmen. Das erhöht die Wirkung des Ruders und führt ebenso wie A dazu, das man spitze Kurse unter Spi länger halten kann. Je schmaler der Spalt an der Vorderseite, umso weniger Gras fängt man sich ein. Vorsicht beim Aufspachteln: Ruderanschlag links und rechts beachten!

Kosten: 50 - 100 Euro

Zeitaufwand: ca. 4 Stunden

Nutzen: mehr Kontrolle, weniger Bremswirkung

 

D: Kieloptimierung
1. Mit dem blossen Auge vom Heck her war erkennbar, dass der Kiel eine asymmetrische Form hatte. Peilte man über die hintere Kante des Ruderblatts nach vorn zum Kiel, hatte die linke Seite eine fast ebene senkrechte Fläche, während sich die rechte Seite deutlich konvex wölbte: Das muss nach Bernoulli und praktischen Erfahrungen zu einem grundsätzlichen Sog nach Steuerbord führen, da die Seiten des Kieles unterschiedlich geformte Flächen und Flächengrössen aufweisen.
2. Eine Spezialfirma in Süddeutschland nahm die Sache dann genauer unter die Lupe, per Laservermessung wurde festgestellt, dass der Kiel u.a. nicht senkrecht unter dem Schiff hing: Dadurch geht auf Amwindkursen seitlich projizierte Fläche verloren und die Abdrift nimmt zu, zudem ist das aufrichtende Moment seitenungleich verteilt.
3. Dazu kam, dass die Längslinie des Schiffes und die des Kieles nicht übereinstimmten: der Kiel war nach Art eines Anstellschwertes zu einer Seite "gedreht" - dieser Effekt offenbarte sich in einer phantastischen Höhe auf Steuerbordbug und einem "Abbleiern" auf Backbordbug, offensichtlich schlechte Voraussetzungen für einen Start und ein Hauptverursacher für schlechte Geschwindigkeiten vor dem Wind: die Bleiplatte wird "etwas quer" durch das Wasser geschleppt und hat so mehr oder weniger starke Bremswirkung. Sowohl auf Amwind- als auch auf Vorwind-Kursen muss dazu ständig der Kurs mit dem Ruderblatt korrigiert werden, dadurch steht dieses auch immer ein bisschen quer zur Fahrtrichtung und bremst ständig. Also ein doppeltes Minus.
4. Und es zeigte sich, dass unser Kiel nicht die Maximaltiefe von 180 cm erreichte: bei 178 cm war Schluss. Das mag zwar wenig erscheinen, ist aber definitiv ein Nachteil, schliesslich fährt man ja auch nicht freiwillig mit zu kleinen Segeln herum. Zwei negative Effekte: Weniger aufrichtendes Moment und weniger projizierte Fläche, mehr Schräglage, bzw. weniger Segeltragevermögen und erhöhte Abdrift sind die Folge

Kosten: 5000 - 10000 Euro

Zeitaufwand: Tage bis Wochen

Nutzen: Höhe & Geschwindigkeit

 
E: Versenkte Geber

Die Geber für Echo und Speedo sind bis auf das kleine Rädchen vom Log vollständig im Rumpf eingelassen. Die im Normalfall hervorstehenden Ringe erzeugen Wirbel, die über die ganze Länge der Kiel-Rumpf-Verbindung stören.

Kosten: 100 - 200 Euro

Zeitaufwand: 4 Stunden

Nutzen: Glatte Oberfläche

 

F: Aussenhaut

Da das Schiff nur zum Segeln und bei längeren Regatten im Wasser liegt, hat es keinen Antifoulinganstrich, sondern Epoxy Gelshield.

Vor wichtigen Regatten wird das Unterwasserschiff stets neu mit 1200er Schleifpapier angeschliffen und akribisch gesäubert.

Kosten: Gelshield?

Schleifpapie ca. 10 Euro

Zeitaufwand: 1 Stunde mit 4 Mann

Nutzen: Glatte Oberfläche