Teambuilding
- Von der Gruppe zum Team
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Der Begriff
"Team" ist vielfältig, quasi jede Gruppe von Menschen, die zusammen
arbeitet, wird als "Team" bezeichnet.
Im ursprünglichen Sinne - und
dieser wird hier im weiteren zugrunde gelegt - versteht man unter einem
Team eine Gruppe von Menschen, die zeitlich begrenzt eine Aufgabe zu erfüllen
hat. Dabei wird die Zielerreichung erst durch die im Team erzeugten Synergien
ermöglicht.
Die Gesamtleistung des Teams
ist also größer als die Summe der Einzelleistungen der Teammitglieder
- dieses Phänomen wird auch oft durch Metaphern wie z.B. 2 + 2 = 7 ausgedrückt.

Das Schaubild zeigt verschiedene
"Wirkungsgrade", die bei einer Zusammenarbeit in Gruppen erreicht werden
können. Störfaktoren können sogar dazu führen, dass die Teameffektivität
unter die Summe der Einzelleistungen der Gruppenmitglieder fällt (Pseudoteam),
in Einzelfällen scheitert eine Zusammenarbeit sogar ganz.
Hochleistungs-Teams entwickeln
sich aus "echten Teams". In den Phasen ihrer "Genialität" übertreffen
diese Teams nicht nur alle in sie gesetzten Erwartungen, sondern stellen
auch die Leistungen sämtlicher unter ähnlichen Umständen arbeitenden Teams
in den Schatten. Was diese Teams erreichen, ist aussergewöhnlich.
Was ein Hochleistungs-Team
von anderen unterscheidet, ist das Maß an Engagement, insbesondere der
Einsatz der Mitglieder füreinander. Dieses Maß an Engagement lässt sich
nicht verordnen oder vorherbestimmen. Nichtsdestotrotz geben Hochleistungs-Teams,
so rar sie auch sein mögen, hervorragende Musterbeispiele für alle potentiellen
Teams ab.
Team-Erfolgsfaktoren

Die dargestellten Erfolgsfaktoren
der Teamarbeit beschreiben die unterschiedlichen Einflüsse auf den Zielerreichung
hinsichtlich Termineinhaltung, Resourceneinsatz und der Qualität des Arbeitsergebnisses.
Hier wird deutlich, dass neben den sogenannten harten Faktoren
wie z.B. Ziele, Aufgaben, Strukturen und Information die sogenannten
weichen Faktoren wie z.B. Kommunikation, Kooperation und Werte
eine gleichwertige Rolle hinsichtlich des Erfolges der Teamarbeit einnehmen.
Phasen
der Teambildung
| Forming
- Suche nach Orientierung
- Abhängigkeit vom
Leiter
- Annähern Ausweichen
- Erkundung des in
der Gruppe akzeptierten Verhaltens
- Fachliche Leistung
eher gering
- Angst
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| Storming
- Profilierung der
Einzelnen
- Aufstellung und
Hinterfragen von Normen (Normenkrise)
- Austragung von Machtkämpfen
- große Gefahr der
Rollenfixierung und des Abspringens
- Teammitglieder beginnen
zu realisieren, dass die Aufgabe nicht so einfach ist wie anfänglich
angenommen
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| Norming
- Intensive persönliche
Beteiligung
- offener Austausch
von Gefühlen
- Wir-Gefühl: Gemeinschaft
geht vor Individualität
- Kooperation und
Rücksichtnahme
- Mehr Zeit und Energie
für das Projekt
- Vertrautheit
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| Performing
- jeder einzelne wird
in der Einheit der Gruppe wieder sichtbar
- Ideen einzelner
als individuelle Leistung im Team
- gegenseitige Akzeptanz
- effektivste Arbeitsmöglichkeit
(viel Identifikation bei wenig Abhängigkeit)
- Differenzierung
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Ab dem Zeitpunkt der Gründung
des Teams fängt es automatisch an, "sich zu entwickeln". Für diese Entwicklung
gibt es verschiedene Phasenmodelle, im folgenden wird das "Forming-Storming-Norming-Performing-Modell"
dargestellt. Dieses Modell geht davon aus, dass sich eine Gruppe durch
das Durchlaufen der verschiedenen Phasen zu einem Team entwickelt, mit
dem Ziel, ein High-Performance-Team zu werden.
Für die Bildung eines Teams
ist es notwendig, dass die Gruppe alle Phasen der Entwicklung durchläuft,
es kann also keine übersprungen werden. So ist es z.B. für eine Gruppe
nicht möglich, direkt in den "Performing-Status" zu springen, ohne die
Phasen "Forming","Storming" und "Norming" zu durchlaufen. Andererseits
kommt es öfter vor, dass Gruppen in einer Phase stecken bleiben, z.B.
in der "Storming-Phase" und dass durchaus über Jahre hinweg.
Wann entsteht ein "echtes Team"?
Echte Teams formieren sich erst, wenn die beteiligten Einzelpersonen die
mit Konflikt, Vertrauen, zeitweiliger gegenseitiger Abhängigkeit und harter
Arbeit verbundenen Risiken des Durchlaufens der Phasen der Teamentwicklung
auf sich nehmen.
Ob und wie Gruppen die Phasen
der Teambildung durchlaufen, ist von vielfältigen Faktoren abhängig. Dafür
gibt es verschiedene Theoriemodelle, als Beispiel folgendes:

Aufgabe
(Aufgabenbezogene Fähigkeiten)
- Setzen von Zielen
- Austausch von Informationen und Meinungen
- Aufbereitung von Informationen
- angemessene Zusammenfassung/Verdichtung von Informationen
- Entscheidungsverhalten
Typische Ansatzpunkte sind hier Meetingkultur und Informationsmanagement.
Gruppe
(Verhalten in der Gruppe)
- Sicherstellen, dass sich
jedes Gruppenmitglied angemessen einbringen kann
- Beiträge von einzelnen Gruppenmitgliedern werden von den anderen
willkommen geheißen
- Fähigkeit zum echten Dialog
- Selbstreflexion der Gruppenprozesse
Typische Ansatzpunkte sind hier
Kommunikation und der Umgang mit Konflikten.
Individuum
(Verhalten des Einzelnen)
- durch Selbstreflexion sich seiner
selbst bewusst-sein
- mit anderen kooperieren, konstruktiv sein, andere inspirieren
- um Hilfe nachsuchen, Anerkennung erwarten
- Feedback geben und annehmen
Typische Ansatzpunkte sind
hier Persönlichkeitsentwicklung und Personal Mastery.
Oft
fokussieren Gruppen bei der Bearbeitung etwaiger Schwierigkeiten ausschließlich
auf Fragen, die die direkte Aufgabenerledigung betreffen. Entwicklungspotentiale
im zwischenmenschlichen und im persönlichen Bereich werden dann ignoriert.
Unabhängig von den Arbeitsschwerpunkten
bezüglich der einzelnen Faktoren, deren Abhängigkeit untereinander und
den daraus resultierenden Auswirkungen, muss bei der Planung, Durchführung
und Monitoring von Teamentwicklungs-Maßnahmen immer die jeweilige Position
des Teams im Phasenmodell der Teambildung berücksichtigt werden.
"Aktive"
Teamentwicklungs-Maßnahmen
Wenn von einer aktiven Teamentwicklungs-Maßnahme
gesprochen wird, ist damit die gezielte Interventionen zur Beeinflussung
eines Teams gemeint. Dies kann sich sowohl auf das Durchlaufen der Phasen
zur Teambildung als auch auf die oben beschriebenen Elemente beziehen.
Dabei wird bei einer Teamentwicklungs-Maßnahme davon ausgegangen, dass
die Planung und Durchführung jeweils individuell auf die Belange des Teams
abgestellt werden.
In Einzelfällen wird eine Teamentwicklungs-Maßnahme
isoliert für ein einzelnes Team durchgeführt. In der Regel werden Teamentwicklungs-Maßnahmen
aber als Bestandteile übergreifender Organisationsentwicklungsprojekte
betrachtet.
Ziele
von Teamentwicklungs-Maßnahmen
Ziel einer Teamentwicklung
ist es, die geistigen, emotionalen, zeitlichen und ökonomischen Ressourcen
der einzelnen Teammitglieder weiterzuentwickeln und so für das Team zu
nutzen, dass hervorragende Leistungen und gute Zusammenarbeit in angemessener
Zeit möglich werden.
Dabei geht es vor allem um
das bewusste Umgehen mit den Energien eines Teams: Bei gerade gegründeten
Teams sollen die Phasen der Teamentwicklung möglichst schnell und sicher
durchlaufen werden und der dazu notwendige Energieaufwand minimiert werden.
Bei "älteren" Teams geht es oft um die Bearbeitung von Blockaden, die
durch historisch etablierte Verhaltensmuster oder den unproduktiven Umgang
mit organisationalen Veränderungen entstanden sind. Hier werden durch
eine Teamentwicklungs-Maßnahme blockierte Energien für die eigentliche
Aufgabenstellung freigesetzt.
Insgesamt steht also die Erhöhung
der Produktivität des Gesamtteams und damit ihr Beitrag für das Gesamtunternehmen
im Vordergrund.
Nutzen
einer aktiven Teamentwicklungs-Maßnahme
Der Nutzen einer aktiven Teamentwicklungs-Maßnahme
lässt sich letztendlich nur von den jeweiligen Teilnehmern selbst bestimmen,
z.B.:
- Die Konflikte in der Gruppe
wurden gelöst
- Bessere und effektivere
Zusammenarbeit
- Der Umgang mit veränderten
Arbeitsweisen, Aufgabenstellungen und Organisationsstrukturen ist leichter
geworden
- Bessere Zusammenarbeit mit
anderen Teams
- Schnelles Erreichen des
"Performing-Status" in neuen Teams
- In etablierten Teams neue
Energien zur Aufgabenbewältigung freigesetzt
- Mehr Offenheit und Transparenz
in der Zusammenarbeit
- Integration neuer Mitarbeiter
- Besserer Umgang mit Unterschiedlichkeiten
- Produktivität und Stimmung
signifikant gestiegen
- neue Problemstellungen werden
schneller bewältigt
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