Startroutine

Vor dem Start:

  • Ständig Wind messen, Startseite feststellen
  • Trimm und Segeleinstellung kontrollieren durch Probeschläge
  • Spinnaker checken: liegt er auf der richtigen Seite, richtig angeschlagen
  • Eventuell Strom messen
  • Kurs angucken bzw. überdenken
  • Bahnmarken suchen

" Die Zehn Gebote" (nach M. Curry):
1. Segeltrimm ok?
2. ist ein Programm an Bord? Nicht nur der Skipper, sondern jeder einzelne der Mannschaft sollte den Inhalt des Programms kennen (Bahnverkürzung, Startverfahren, Signale, Bojen)
3. Sind alle vorschriftsmäßigen und notwendigen Gegenstände an Bord? (Vermessungsprotest)
4. Werkzeug, Bändsel, Schäkel an Bord?
5. Stoppuhr? Stellen der Stoppuhr 2 Sekunden früher: a) 1 Sekunde Reaktionszeit b) 1 Sekunde für die Schalldauer des Schusses.
6. Funktionieren alle Systeme (Spibaum, Schotführung)
7. Windanzeiger (Verklicker) funktionstüchtig
8. Fernglas an Bord?
9. Protestflagge griffbereit
10. ist eine rauchende Materie (Zigaretten, Kerzen) an Bord? Bei sehr wenig bis keinem Wind kann man hieran die Windrichtung bestimmen, wenn der Windex nicht mehr funktioniert.


… in der Zeit kurz vor dem Start:
Crew guckt nach Gegnern und Wind, achtet auf Signale und unterrichtet den Steuermann über das Geschehen. Das entlastet den Steuermann, der ohnehin schon genug zu sehen und zu berechnen hat.
Keine überflüssigen Manöver vor dem Start, Ruhe ins Boot!

  • Bei mittelstarkem Wind "flattert" man in der Nähe des Starts herum
  • Bei starkem Wind muss Fahrt im Boot bleiben, um gegebenenfalls ausweichen zu können
  • Bei flauem Wind fährt man möglichst mit höchster Fahrt, um über Reserve-Geschwindigkeit zu verfügen,möglichst Halsen statt Wenden, um Fahrtverlust zu vermeiden
  • Peilung nehmen (am besten Landpeilung), um auch bei nicht sichtbareren Startbegrenzungen zu wissen, wo man ist.

Wie starte ich gut?

  • Übung, Übung, Übung…
  • Einen absoluten Plan über die Art des Startes (Leestart, Luvstart, Drängelstart, Mittelstart) entwerfen
  • Bei stark drehenden und schwachen Winden den Motor so lange wie möglich laufen lassen, damit noch auf veränderte Bedingungen reagiert werden kann
  • Bis zuletzt nur mit Groß fahren (langsames heranmanövrieren an die Startlinie). Erst kurz vor dem Start die Fock setzen
  • Bei Leicht- und Mittelwinden wird in den Sekunden vor dem Start das Boot mit offenen Segeln nach Lee gekrängt und beim Aufrichten die Segel dichtgeholt (Beschleunigung und Erzeugung eines Windschwalles, der sich negativ auf die Gegner auswirkt)
  • Die 5-Minuten Regel beachten
  • Die "neue" Art zu starten (gefördert durch die aktuellen IWB´s): ca. 2 Minuten vor dem Start sich direkt an die Linie legen, "Stillstehen" (Übung, Übung, Übung…). Nach den Wettfahrtregeln befindet man sich in dieser Zeit im Start und darf nicht weggedrängelt werden!

Die Nachstart-Phase:

  • Freien Wind haben bzw. suchen
  • Den Taktikentwurf auch tatsächlich umsetzen
  • Das Wetter im Auge behalten
  • Angriff und Verteidigung
    "Hoffnungslose Stellung": Die denkbar ungünstigste Position: Negative Faktoren sind einmal das Kielwasser des Gegners, zum zweiten die Ablenkung des Windes und zum dritten die wirbelerfüllte Luft, die den größten Teil ihrer Kraft verloren hat. Der Wind kommt zudem spitzer, somit müssen wir abfallen. Möglichkeit: wir können Höhe kneifen. Allerdings vermindert das unsere Geschwindigkeit.
    Fallen wir also weiter ab, um volle Segel zu haben. Das bringt uns aber in eine noch schlechtere Position. Man ist nun in die die völlige Abdeckung geraten, dazu kommen noch die Heck- und Bugwellen des Gegners.
  • Alternative rechtzeitiges Luven: Auch hier bleiben wir wegen der Heck- und Bugwellen und des immer noch spitzeren Windeinfallwinkels hängen.

Was tun?
a) durch sofortiges Wenden dem Ganzen entrinnen
b) in einer raumenden Bö sofort anluven und die schneidenden Heck- und Bugwelle durchbrechen

  • "Sichere Leestellung": Zwei Boote liegen auf gleichem Bug dicht nebeneinander. Das eine etwas weiter voraus. Durch die Ablenkung des Windes kann das Leeboot anluven und stört gleichzeitig den Sog vom Luvboot. Das Leebot kommt voraus und das Luvboot fällt in die "Hoffnungslose Stellung" Ist häufig bei einem Leestart der Fall. Das am weitesten in Lee startende Boot hat den besten Wind. Die anderen dahinter segeln in der Ablenkung.
-> Prioriäten nach dem Start

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