NIEMALS ZU DICHT,
das Segel soll frei "fliegen" und sich selber tragen."When
In Doubt, Let It Out."
Der Spinnakerfahrer kümmert
sich 100% um den Spi - und sonst nichts. Der Spinnaker sollte immer
kurz vorm kollabieren stehen oder schärfer formuliert: Der Spi
sollte immer gerade eben nicht kollabieren, d.h. das Luvliek klappt
oder rollt sich immer ein wenig ein.
Wenn das Spinnakerunterliek
das Vorstag berührt, ist das Segel definitiv zu dicht gefahren.
Wenn das Lösen der Schot zu einem Zusammenfallen führt,
muß man die Spibaumhöhe (Sind beide Schothörner auf
gleicher Höhe?) und die Mittelnaht vom Spi (parallel zum Mast?)
kontrollieren.
1b. SPIBAUMPOSITION
auf RAUMWIND/VORMWIND:
Der Spibaum sollte
rechtwinklig zum Windeinfallswinkel stehen. Per Blick zum
Verklicker prüfen.
Die Mittelnaht vom Spi
soll parallel zum Mast stehen. Steht die Naht nach Lee: Achterholer
lösen, steht die Naht nach Luv: Achterholer dichter.
1c. SPIBAUMHÖHE
auf RAUMWIND/VORMWIND:
Das Liek soll sich zuerst
etwas über den cross-cut Streifen aufrollen.
Wenn der Spibaum zu tief
ist, wird der Spi weiter oben zuerst einfallen, steht er zu hoch,
fällt der Spi unten eher ein.
Die Gegenmassnahmen sind
dementsprechend:
Spi fällt oben
ein: Spibaum höher
Spi fällt unten
ein: Spibaum tiefer.
Bei viel Wind ist der
Spibaum höher, bei wenig Wind tiefer. Bei sehr wenig Wind, wenn
der Spi sich kaum selber tragen kann, wird der Spibaum drastisch gesenkt.
Ein Zusammenfallen von unten aus ist tödlich, weil dann der gesamte
Spinnaker kollabiert. Bei noch weniger Wind den kleinen Spi setzen,
der grosse steht ohnehin nicht mehr. Schiff nach vorn und lee trimmen,
damit der kleine Spi zum stehen kommt.
2a. TRIMM auf sehr
spitzen REACHGÄNGEN:
Eventuell den Spi wie
eine Genua fahren, d.h. den Baum bis auf Deckhöhe herungerlassen.
2b. SPIBAUMPOSITION
auf sehr spitzen REACHGÄNGEN: 30 bis 60 Zentimeter vom
Vorstag entfernt.
2c.SPIBAUMHÖHE
auf sehr spitzen REACHGÄNGEN: Wenn es sehr schwierig ist,
den Spi noch zu halten, sollte der Spibaum sehr tief mit sehr viel Spibaumniederholer
gefahren werden, d. h. das Luvende vom Spibaum ist tiefer als das mastwärtige
Ende. Eventuell kann das Gegenteil (Luvende vom Spibaum sehr hoch, Mastende
normal) Erfolg bringen.
GENUA:
1.
BACKSTAGEN: Die Backstagspannung hat starken Einfluss auf die
Segelform, die Wirkung auf die Lage der optimalen Holepunkteposition ist
dementsprechend gross.
Bei viel Wind und flachem
Wasser sollte das Vorstag möglichst wenig Durchhang haben, um maximale
Höhe fahren zu können.
Bei leichten oder unbeständigen
Winden sollte das Vorstag für maximalen Vortrieb locker sein.
Die Holepunkte sollten
nach dem Einstellen der Backstagspannung eingestellt werden. Für
Boote, die noch die Checkstagen benutzen: Auf raumen Kursen sollten
die Checkstagen nicht sehr fest sein
Wenn die Genua1 oben ist:
viel Backstag bei viel Wind
Wenn die Genua3 oben ist:
nicht mehr so viel Backstag bei viel Wind, mehr mit Grossschot und Baumniederholer
arbeiten
Bei relativ steiler Welle
und wenig Wind: Holepunkte 1 oder 2 Löcher nach vorne
2.
VORSTAGPOSITION:
Die Fäden
der Genua sollten sich entlang des Vorlieks während des Anluvens
gleichmäßig bewegen.
Bewegen
sich die Fäden im Top vor den unteren Fäden, muß
das Vorstag nach vorne bewegt werden (Spannung erhöhen und
Twist reduzieren).
Bewegen
sich die unteren Fäden vor denen im Top, muß das Vorstag
nach hinten bewegt werden (Spannung reduzieren, das Schothorn steigt
und das Segel twistet)
Bei wenig
Wind bewegt sich das Vorstag nach vorne, bei viel Wind nach hinten.
Wenn die Spitze der Genua sehr dicht an der oberen Saling ist und gleichzeitig
von der unteren sehr weit weg, muß das Vorstag nach hinten bewegt
werden, um das Genuatop zu öffnen und ein Dichternehmen der Genua
insgesamt zu ermöglichen.
3.
TRIMM:
Wenn das Luvbändsel
flattert: Genua dichtnehmen oder vom Kurs abfallen.
Wenn das Leebändsel
flattert: Genua fieren oder anluven.
Es
ist TÖDLICH LANGSAM, mit einer zu dichten Genua zu segeln
(Indiz: Leebändsel flattern ständig). Statt Vortrieb (Sog)
zu produzieren, strudeln die Luftmassen über die Leeseite der Genua.
4.
REACHING:
Barberhauler
anbauen: (Position: dicht unterhalb des Schotholepunktes außen)
Dies beugt zuviel Twist vor. Nicht zu dicht nehmen! Wenn die Windbändsel
sich nicht bewegen: Schoten lösen bis das Leebändsel anfängt
zu flattern, weiter auffieren, solange die Leebändsel umströmt
werden.
GROSSEGEL:
Das Grosssegel ist das zweite
Ruderblatt und beeinflusst die Fähigkeit des Steuermannes, das Boot
zu manövrieren. Auf der Kreuz (und im Manöver) bei viel Wind
steuert der Großsegeltrimmer das Boot effektiv zusammen mit dem
Steuermann. Unter diesen Bedingungen behindert ein unaufmerksamer Großsegeltrimmer
die Leistung des Bootes zusammen mit der Fähigkeit des Steuermanns,
das Boot zu beherrschen. Das oberste Windbändsel sollte zu 80 - 90%
der Zeit nach hinten auswehen.
1.
KREUZKURS (Grundsätze):
Toplatte parallel zum Baum
(gedachte Linie über die beiden Enden der Spreizlatte).
Oberster Faden sollte die
meiste Zeit nach hinten auswehen.
Für maximale Höhe
im flachen Wasser: ein leichter "Haken" ins Achterliek (reduzierter
Twist), für mehr Kraft bei Welle: Achterliek öffnen (mehr
Twist).
Maximiere den Vortrieb,
beachte den Ruderdruck und die Höhe zum Wind, wenn du den Baum
mittschiffs (aber nicht nach Luv!) holst.
Wenn das Boot zuviel Druck
hat (Der Steuermann hat zuviel Ruderdruck und/oder das Boot steuert
mehr als 30-35 Grad), muß der Baum nach Lee gefiert werden.
In den Klassikern steht
zwar zu lesen, dass etwas Luvgierigkeit optimal sein soll, wir stellen
das Boot allerdings seit Jahren völlig neutral ein
Unterliek möglichst
flach unter fast allen Bedingungen, bei Luvgierigkeit zuerst Unterliek
flacher
Bei hoher Welle und relativ
wenig oder böigem Wind: Baumniederholer hat eine gewisse Grundspannung,
in den Böen anziehen und wieder lösen, in Wellensets lösen
und wieder anziehen
2.
MASTBIEGE:
Backstag anziehen, um den
Mast zu biegen und das Großsegel zu entlasten.
Das Grosssegelvorliek wird
durch die Mastbiege lockerer (Der Abstand Kopfbrett und Hals verringert
sich über die gesamte Lieklänge, Gegenmittel: Cunningham anziehen.
Der Abstand Grossbaum -
Grossschotbasis verringert sich ebenfalls, die Schotspannung verringert
sich und das Grosssegel muß dichter genommen werden.
Eine diagonale Falte von
der Mitte des Mastes bis zur Baumnock bedeutet, daß der Mast zuviel
Biege hat. Das Checkstag kann angezogen werden, um die Biege aus der
Mastmitte herauszunehmen und die Falte zu entfernen. (Dauerhafte Alternative:
Mastfuß nach vorn versetzen). Im Extremfall kann das Segel "invertieren",
d.h. das Profil verlagert sich durch den Druck spiegelverkehrt. Bei
viel Wind durchaus eine Möglichkeit, das Segel quasi zu neutralisieren,
die Zugkräfte auf das Tuch sind dabei allerdings extrem. Bei der
Gelegenheit haben wir schon einmal einen Grosssegelhals abgerissen.
3.
KREUZ BEI WENIG/MITTELWIND:
Mit der Grossschot wie gehabt
die Toplatte parallel zum Baum einstellen.
Mit dem Traveller arbeiten,
je weniger Wind, desto weiter in Luv, bei Böen bis zur Mitte fieren,
mit dem Steuermann den Ruderdruck abklären.
Schot sensibel einstellen:
Auf keinen Fall die Strömung abklemmen, den Steuermann vom "Höhekneifen"
abhalten.
Bei zuviel Ruderdruck: Traveller
bis zur Mitte fieren und dann mit dem Unterliekstrecker das Großsegelprofil
abflachen, hier sind z.T. Millimeter entscheidend für die Gesamtleistung
des Schiffes auf der Kreuz!!! Der Unterliekstrecker wird viel zu oft
in seiner Wirkung UNTERSCHÄTZT, das Cunningham dagegen ÜBERSCHÄTZT!!
Eher Lockere Vorliekspannung.
Aggressives Trimmen ist
besonders am Start wichtig (der Großsegeltrimm wird vor dem Start
eingestellt!
4.
KREUZ BEI VIEL WIND
Definition: in unserer Anfangszeit:
Der Traveller ist die meiste Zeit gefiert: was jetzt?
Zur Zeit geht das so: Das
Grosssegel flattert komplett brettflach die meiste Zeit.
Baumniederholer, Cunningham
und Unterliek bis Anschlag dicht.
Backstag Anschlag (d.h.
bis an die Bruchgrenze heran) dicht
Achterstag wird nur bei
Monsterwelle zur Mastsicherung etwas angezogen, ansonsten immer schön
locker. Traveller ist je nach Welle entweder mittschiffs angenagelt
oder komplett auf, je nach Welle und Tagesgefühl, die Mannschaft
hängt inklusive Grossschoter voll, der Steuermann fiert das Grosssegel
nur in den Spitzenböen, wobei durch den heftigen Baumniederholerzug
ohnehin kaum noch Druck auf der Grossschot ist.
der Rest wird komplett ausgesteuert,
ohne allzu heftige Ruderbewegungen, eher das Schiff durch die Wellen
laufen lassen, anstatt wild herumzurudern und permanent abzubremsen.
Wichtig: Die Mannschaft
sagt laut und deutlich die Wellen von der Kante an!
Unter ganz extremen Bedingungen
sollte jemand bereit sein, den Baumniederholer zu lösen oder loszuwerfen,
wenn das Boot außer Kontrolle gerät.
Vorsicht beim Auffieren
des Großsegels: Wenn der Mast anfängt zu pumpen, kann er
schnell brechen - eher jedenfalls, als wenn man kurzfristig zuviel Höhe
fährt. Versuche, den Mast am Pumpen zu hindern, indem du das Großsegel
nur noch auf den Latten fährst.
Vorsicht beim Loswerfen
der Backstagen mit angezogenem Achterstag nach der Tonnerundung: Im
Extremfall kann man dabei den Masttop wegen zu grosser Biegung abreissen!
Aggressives Trimmen ist
besonders am Start wichtig (der Großsegeltrimm wird vor dem Start
eingestellt!
5.
TIEFE KURSE:
Mit dem Baumniederholer
die Toplatte parallel zum Baum bringen.
Wenn das Boot abfallen
soll: erst Kicker und dann Grossschot lösen (wenn Kicker nicht
geöffnet wird: Grosssegel geht trotz loser Grossschot nicht auf,
Steuermann kann nicht abfallen, im Pulk droht dann der Crash, dazu kommt
noch die Bruchgefahr des durchbiegenden Baumes)
Wenn das Boot anluvt: Großschot
dosiert dichtnehmen, nicht übertreiben, sonst verliert der Steuermann
die Kontrolle über den Kurs.
Obersten Faden immer zum
Auswehen bringen. Tut er´s nicht, stimmt irgendetwas mit Sicherheit
nicht!
Der Unterliekstrecker kann
ausser bei sehr viel Wind etwas gelöst werden (aber nicht übertreiben,
das erhöht im Zweifelsfall den induzierten Widerstand).
6.
HALSEN:
Wer es mag, kann den Großbaum
vor dem Überkommen (etwas) dichterholen. Bringt aber vermutlich
nicht viel.
Traveller mittschiffs fixieren,
damit er nicht in der Halse ins neue Lee kracht und irgendetwas zerstört
oder zerstört wird.
Starkwindhalsen nach Möglichkeit
nur, wenn der Spinnaker oben ist und hochkonzentriert gefahren wird.
Das nimmt den Druck vom Grosssegel, der Segeldruckpunkt ist insgesamt
sehr weit vorne und das Boot wird gezogen, d.h. der Steuermann muss
"nur" dem Spinnaker hinterherfahren. Ohne Spi "schiebt"
das Grosssegel das Schiff, der Segeldruckpunkt ist relativ weit hinten
und das Schiff kann schnell zu einer Seite ausbrechen. Zudem ist ohne
Spi sehr viel Druck auf der Grossschot, was die Bruchgefahr von allen
Systembestandteilen inklusive Grossschoter erhöht.
Anders als bei kleinen
Booten oder Schiffen mit soliden Masten kann der Mast bei zu hartem
Überkommen brechen. Wichtig: Leebackstag vor der Halse etwas dichtnehmen,
damit sich der Grossbaum nach dem Überkommen nicht den Draht "angelt".
Mindestens genauso wichtig
sind die unscheinbaren "Gummis" zwischen Achterstag und Backstagen.
Ohne die Teile kann man praktisch keine saubere Halse fahren, u.a. fällt
das bei 360ern und 720ern extrem ins Gewicht. Auf richtige Spannung
achten und öfter mal erneuern!
Wir erheben keinen Anspruch
auf Vollständigkeit und Allgemeingültigkeit, hoffen aber sowohl
Anfängern in der X99 den Einstieg zu erleichtern als auch den Fortgeschrittenen
noch Denkanstösse geben zu können. Für Rückmeldungen
sind wir sehr dankbar! Einige der Tabellendaten stammen von www.x99.dk.
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versions of these standard maneuvers. As soon as possible they will be
available here.
Anmerkung: Dieser Text ist
eine lose Sammlung bekannter Tipps, veröffentlicher Schriften und
eigener Erfahrungen ohne Anspruch auf Vollständigkeit, Allgemeingültigkeit
und Copyright.