Rollwende

Ein Boot verliert in einer Wende ständig an Fahrt, weil der Wind von vorn einfällt. Gerade bei schwachen Winden braucht das Boot die angesammelte Fahrt, um durch die Wende zu kommen. Deshalb ist die Rollwende von Vorteil. Bei ihr wird durch die Bewegung der Segel - ähnlich einem waagerechten Flossenschlag durch die Luft - dem Boot im besten Fall zusätzlich ein bißchen Fahrt verliehen, zumindest aber die Abbremsung vermindert.

Kurzfilm Rollwende mit Opti (wende.mov, 232 kb)

Kurzfilm 470er Rollwende (Rollwende.mpeg, 1,34 mb)

Kurz vor der Wende erhält das Boot mehr Krängung, wodurch sich die Luvgierigkeit erhöht. Dies unterstützt der Steuermann durch leichtes Ruderlegen. Im selben Augenblick wird das Boot durch den Gewichtseinsatz der Mannschaft schnell aufgerichtet und nach der anderen Seite gekrängt. Das Boot bleibt gekrängt, bis es auf dem neuen Bug auf Kurs liegt und die Segel voll stehen. Dann wird es mit leicht geschrickten Schoten bis in die Waagerechte aufgerichtet, um Fahrt aufzunehmen.
Wichtig dabei ist, dass das Vorsegel erst im letzten Moment losgeworfen und schnell auf die andere Seite in eine nicht ganz dichte Stellung gezogen wird. Besitzt das Boot einen Traveller, so wird beim Aufrichten der Schlitten noch etwas in Lee belassen und erst dann wieder zur Mitte bzw. nach Luv gezogen.

Wird die Grossschot nicht über den Traveller, sondern aus der Hand gefahren, kann der Steuermann noch zwei bis drei "Pumper" mit der Grossschot anschließen.

Um die Rollwende perfekt auszuführen, muss die Mannschaft viel üben und gut aufeinander abgestimmt sein. Sonst kann es passieren, dass der eine dem anderen genau entgegen arbeitet; dann ist eine normale Wende vorteilhafter.

Wichtig:
  • Bewegung um die Querachse vermeiden
  • ruhige Bewegungen
  • möglichst wenig Schritte machen
  • runde Steuerbewegungen (auch nicht zu stark Ruder legen)