Merkmale guter Crews

1. Ein technisch perfektes Boot, das akribisch gepflegt und vorbereitet ist.
Kiel und Ruder sind optimiert, das Unterwasserschiff ist perfekt, die Aussenhaut ist eben und angeschliffen.
Schoten und Taljen sind in gutem Zustand und richtig abgelängt.
Das Boot hat genaue Trimmarken zur Reproduzierbarkeit von Einstellungen.
Ruderblatt und Pinne sind spielfrei eingestellt und der Ausleger hat die richtige Länge.
Die Ausrüstung wird ständig überprüft und verbessert.
Technische Innovationen von Konkurrenzbooten und anderen Klassen werden übernommen.

2. Wetterinformationen werden gesammelt. Eine grobe Übersicht für den aktuellen und den folgenden Tag wird erarbeitet, damit sich ein Gefühl für das zu erwartende Wetter einstellt und zwischen lokalen Effekten und Änderungen von grossen Wettersystemen unterschieden werden kann.

3. Niemals über die Layline segeln

4. Die Strategie wird früh geplant, die Länge der Startlinie und die Größe des Teilnehmerfeldes wird abgeschätzt:
- Ist genug Platz für jedes Boot vorhanden?
- Wie lange kann eine Lücke behauptet werden?
Wenn diese Fragen vor dem Start geklärt sind, kann man sich ein Bild von den ersten Minuten des Rennens machen.
Die bevorteilte Seite der Startlinie und des Regattakurses werden festgestellt, die Länge des ersten Schlages geplant und wie lange auf dem einzelnen Bug gesegelt werden soll. Ist das erste Ziel freier Wind, Nähe des Gegners oder die richtige Seite des Feldes?

5. Es wird genau zwischen vielversprechenden, aber riskanten und eher konservativen Startmethoden unterschieden. Dabei wird das Verhalten des Feldes genau beobachtet: Im ersten Start einer Serie ist das Feld nervös und Starts an der Leetonne haben ein hohes Risiko, also lässt man zu diesem Zeitpunkt eher die Finger von einem Start an der Tonne. An Tagen mit vielen Starts und langen Rennen ist das Feld am Ende müde, jetzt kann die Tonne lohnender werden. Wenn sich die Gelegenheit bietet, sollte man an Land seine eigene Uhr mit der Uhr des Wettfahrtleiters synchronisieren. Die Wettfahrtleiter starten meistens genau auf "null" ihres Sekundenzeigers.

6. Das Wissen über das allgemeine Verhalten von Wind, Wetter und Strömung etc. wird kombiniert mit den lokalen Gegebenheiten. Dazu befragt man vor Ort vorzugsweise ältere Segler: Tagesperiodische Schwankungen, Untiefen, Anzeichen von Starkwind, wie schnell zeigt sich Bewuchs etc.

7. Auf dem Weg zur Regattabahn werden die Bedingungen und Umgebungsvariablen kritisch geprüft und die Ergebnisse fliessen frühzeitig in die Planung für das Rennen ein:
Welcher Trimm?
Welche Manöver?
Was sagt der Wetterbericht und welche Bedingungen herrschen tatsächlich?
Auf diese Weise ist man bereits auf wechselnde Bedingungen vorbereitet und stellt sich und das Boot ganz automatisch bei Veränderungen schnell und ohne Aufregung neu ein.

8. Es wird ständig nach Böen, mehr Wind und Winddrehern gesucht. Dabei vertraut man dem, was man auf dem Wasser und in den Wolken mit den eigenen Augen sehen kann und was in naher Zukunft eintreten wird und nutzt es aus. Instrumente zeigen nicht die Gegenwart, sondern die Vergangenheit an. Auf Veränderungen wird sofort und ohne Zögern reagiert.

9. Manöver an der Luvtonne sind perfekt und schnell. Die Vorwindtaktik wird sofort ausgeführt. Es wird sofort freier Wind gesucht, auch wenn man sich dafür vom Hauptfeld entfernen muss. Die Wellenwinkel sind bereits bekannt und es wird sofort mit der Wellenarbeit begonnen (Gewichtsverlagerung, Schotarbeit, Aussteuern)

10. Gegnerische Boote sind zum Überholen da. Gegnerische Boote sind zum Überholen da. Gegnerische Boote sind zum Überholen da

11. Die Segeltechnik ist ist sanft und fliessend. Der Ruderdruck wird sensibel eingestellt. Auf Böen wird mit Gewichts- und Segeltrimm reagiert. Das Boot ist stets optimal auf veränderte Bedingungen eingestellt, die gesamte Mannschaft arbeitet mit, um Veränderungen bereits im Voraus zu erkennen und zu kommunizieren

12. Für alle Bereiche an Bord (z.B. Ruderdruck, Leekränung, Manöver, Segelstellung) gilt: Immer erst auf Ausgeglichenheit, Ruhe und Balance einstellen und dann Bewegung und Kraft hinzufügen. Nur so kann ein Gefühl für Geschwindigkeit und Präzision entstehen.

14. Fallspannung und Schotzug sind essentiell und müssen immer wieder neu gefunden und kommuniziert werden. Ein perfekt eingestelltes Segel ist ein schnelles Segel

14. Manöver an der Leetonne sind perfekt. Das ist die Voraussetzung, um Boote auf der zweiten Kreuz zu überholen.

15. Die Nähe von Bootsfeldern wird gemieden. Auch kleine Bootsfelder haben schon weniger Wind als einzelne Boote.

16. Gewendet wird nur, wenn es gute Gründe dafür gibt. Wenn man schnell in ungestörtem Wind unterwegs ist, fährt man weiter, bis etwas wichtiges passiert: Winddreher, Layline in der Nähe, mehr Wind

17. Gestörte Winde werden unter allen Umständen gemieden, denn: Gestörte Winde kosten Bootslängen

18. Der Blick über das eigene Boot hinaus ist wichtig: Die eigene Position im Feld und auf dem Wasser und die Position der Tonnen ist immer bekannt. Es wird immer korrekt navigiert.

19. Windveränderungen während des Rennens werden notiert und die Folgen für die nächsten Bahnschenkel bedacht. Trimm und Taktik werden sofort angepasst und damit ein Vorteil gegenüber den Booten erzielt, die einfach den Kurs absegeln

20. Nach dem Zieldurchgang wird viel Wasser getrunken, über den Wind und über Änderungen in den Riggeinstellungenen nachgedacht, die Nähe der Startlinie gesucht und dann für einen definierten Zeitraum entspannt

21. Die Wichtigkeit von Schlaf, Ernährung und ausreichendem Komfort wird anerkannt. Gefeiert wird nach der Siegerehrung

22. Das Segeltraining nimmt mindestens genauso viel Zeit und Arbeit in Anspruch wie die Wettbewerbe.
Zeit auf dem Wasser + definierte Trainingsziele = Leistungsteigerung

23. Gute Mannschaften lassen sich nicht von ihren Zielen ablenken, wie z.B. durch Streßsituationen wie Kollisionen, Regelverletzungen, Materialversager und Streitereien.

24. Auf der Kreuzstrecke wird auf Backbordbug gerne Raum gegeben und durchgewunken. Erstens fährt man seine eigene Taktik, zweitens wird ein erzwungenes Unterwenden verhindert, drittens ist ein freundlicher Ton netter für alle und viertens hat man bei dem anderen Boot automatisch etwas gut.